Ganz einfach: Wolfgang Amadeus Mozart und Prag gehören untrennbar zusammen. Die Prager liebten Mozart, und er fühlte sich hier immer wohl. Für Prag komponierte er eine der berühmtesten Opern der Musikgeschichte – ein wahres „Opus der Opern“, das Meisterwerk Don Giovanni.


Mozart hatte eine ganz besondere Beziehung zu Prag und seinen Bewohnern. Insgesamt besuchte er die Stadt fünfmal. Zum ersten Mal kam er im Januar 1787, als er persönlich eine Aufführung seiner Oper Die Hochzeit des Figaro dirigierte. Während das Werk in Wien nur mäßig aufgenommen wurde, war das Prager Publikum begeistert. Ganz Prag sang und pfiff Melodien aus dem Figaro, worauf Mozart angeblich mit dem heute legendären Satz reagierte: „Meine Prager verstehen mich.“
Bei diesem Besuch dirigierte Mozart auch die Uraufführung seiner neuen D-Dur-Sinfonie, die seither als „Prager Sinfonie“ bekannt ist.
Aufgrund dieses Erfolgs nahm Mozart einen Kompositionsauftrag für Prag an – es entstand die berühmte Oper Don Giovanni. Die Uraufführung fand am 29. Oktober 1787 im Nostitz-Theater (heute: Ständetheater) unter Mozarts eigener Leitung statt und war ein weiterer großer Triumph. Mehr zur Geschichte des Ständetheaters
Mozarts Beziehung zu Prag setzte sich auch später fort. Im Jahr 1791 komponierte er im Auftrag der böhmischen Stände die Oper La clemenza di Tito, die anlässlich der Krönung von Kaiser Leopold II. zum König von Böhmen entstand.
Prag war für Mozart nicht nur ein Ort beruflicher Erfolge, sondern auch eine Quelle persönlicher Freude und Inspiration. Zu seinen engen Freunden zählten der Komponist František Xaver Dušek und dessen Frau, die Sängerin Josefína Dušková. Er besuchte sie regelmäßig in ihrer Villa auf der Bertramka – einst ein Landsitz außerhalb Prags, heute Teil des Stadtteils Smíchov.
Die Stadt Prag spielt auch eine bedeutende Rolle in der modernen Rezeption Mozarts – vor allem durch die Dreharbeiten zum bekanntesten Mozart-Film: Amadeus von Miloš Forman. Der Film entstand vor 40 Jahren und wurde größtenteils in Prag gedreht – obwohl Prag darin als Wien dargestellt wurde.
Es ist bemerkenswert, dass ein amerikanischer Großfilm während der kommunistischen Ära in der damaligen Tschechoslowakei umgesetztrealisiert werden konnte – noch dazu unter der Regie eines aus der Tschechoslowakei emigrierten Regisseurs. Amadeus wurde mit acht Oscars ausgezeichnet; der Schauspieler F. Murray Abraham erhielt den Oscar für seine Darstellung von Mozarts Rivalen, dem italienischen Komponisten Antonio Salieri.
Obwohl der populäre Mythos – verstärkt durch den Film, der auf dem Theaterstück von Peter Shaffer basiert – von einer erbitterten Rivalität zwischen Mozart und Salieri erzählt, widersprechen historische Quellen diesem Bild. Salieri war ein angesehener Komponist am Wiener Hof. Zwar bestand eine gewisse berufliche Konkurrenz, doch es gibt zahlreiche Hinweise auf gegenseitigen Respekt. Salieri schätzte Mozarts Werke und unterstützte deren Aufführungen. Nach Mozarts Tod unterrichtete er sogar dessen Sohn Franz Xaver Mozart.
In Prag sind viele Gebäude erhalten geblieben, die das Stadtbild zu Mozarts Zeiten prägten. Prag ist zudem die einzige Stadt, in der man heute noch ein authentisches Theater aus der Zeit Mozarts besuchen kann. Deshalb lässt sich hier Mozarts Geist besonders lebendig spüren – beim Spaziergang durch Straßen, die sich seit seinen Besuchen kaum verändert haben.
Und genau hier, inmitten dieser historischen Kulisse, befindet sich unser Museum – gleich neben der St.-Nikolaus-Kirche auf der Kleinseite. In dieser Kirche gedachten die Prager Mozart mit einer feierlichen Trauerzeremonie, eine Woche nach seinem Tod.
Auch wir verehren und lieben Mozart.
Besuchen Sie uns und erleben Sie seine Geschichte hautnah!